Karl Marx und Friedrich Engels: An den Redakteur der "Eastern Post"

Inhaltsverzeichnis Artikel und Korrespondenzen 1871

Seitenzahlen verweisen auf: Karl Marx/Friedrich Engels - Werke, (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 17, 5. Auflage 1973, unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1962, Berlin/DDR. S. 474.

1. Korrektur. Erstellt am 13.12.1998.


Karl Marx

An den Redakteur der "Eastern Post"

Aus dem Englischen.



["The Eastern Post" Nr. 169 vom 23. Dezember 1871]

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|474| Sir,

Herr Charles Bradlaugh nimmt in seiner jüngsten Epistel an Sie den Bericht von der Sitzung des Generalrats am 12. Dezember - eine Sitzung, bei der ich wegen Krankheit fehlte - zum Vorwand, um an mir seine Roheit auszulassen. Er schreibt: "Ich bin Karl Marx wegen seiner Feindschaft verpflichtet." Meine Feindschaft gegen Herrn Charles Bradlaugh! Seit der Veröffentlichung der Adresse "Der Bürgerkrieg in Frankreich" ertönte die Stimme des Herrn Bradlaugh in dem weltweiten Chor der Verleumdung gegen die Internationale und mich. Ich behandelte ihn ebenso wie die anderen Schmäher mit verächtlichem Schweigen. Das war mehr, als die groteske Eitelkeit dieses gewaltigen Sich-Selbst-Anbeters ertragen konnte. Ich "verleumdete" ihn, weil ich von seinen Verleumdungen keine Notiz nahm. Mein Schweigen trieb ihn zum Wahnsinn; in einer öffentlichen Versammlung nannte er mich einen Bonapartisten, weil ich in der Adresse über den Bürgerkrieg, man staune, die geschichtlichen Umstände bloßgelegt hatte, die das Zweite Kaiserreich gebaren. Jetzt geht er einen Schritt weiter und verwandelt mich in einen Polizeispitzel Bismarcks. Armer Mann! Er muß unbedingt zeigen, daß die Lektionen, die er kürzlich in Paris von dem berüchtigten Émile de Girardin und seiner Clique erhalten hat, an ihm nicht spurlos vorbeigegangen sind. Für diesmal werde ich ihn der deutschen Öffentlichkeit "ausliefern", indem ich seiner Epistel die größtmögliche Verbreitung verschaffe. Wenn er so freundlich sein sollte, seine Verleumdungen in eine greifbarere Form zu kleiden, werde ich ihn einem englischen Gerichtshof "ausliefern".

Ich verbleibe, Sir, Ihr ergebener Karl Marx

London, 20. Dezember 1871


Inhaltsverzeichnis Artikel und Korrespondenzen 1872

Seitenzahlen verweisen auf: Karl Marx/Friedrich Engels - Werke, (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 17, 5. Auflage 1973, unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1962, Berlin/DDR. S. 481.

1. Korrektur. Erstellt am 13.12.1998.


Karl Marx

An den Redakteur der "Eastern Post"

Aus dem Englischen.



["The Eastern Post" Nr. 173 vom 20. Januar 1872]

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|481| Sir,

im "National Reformer" vom 7. Januar sagt Herr Charles Bradlaugh:

"Wir wollten nur vorbringen, daß Dr. Marx in früheren Zeiten seiner Regierung Informationen gegeben hat."

Ich erkläre hiermit, daß dies eine ebenso lächerliche wie infame Verleumdung ist. Ich fordere Herrn Bradlaugh auf, öffentlich einen Beweis zu erbringen, der ihm auch nur den leisesten Vorwand für seine Behauptungen liefern könnte. Zu seiner persönlichen Beruhigung füge ich hinzu, daß er nicht "gefordert" werden wird.

Ich verbleibe, Sir, Ihr ergebener Karl Marx 16. Januar 1872


Inhaltsverzeichnis Artikel und Korrespondenzen 1872

Seitenzahlen verweisen auf: Karl Marx/Friedrich Engels - Werke, (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 17, 5. Auflage 1973, unveränderter Nachdruck der 1. Auflage 1962, Berlin/DDR. S. 482/483.

1. Korrektur. Erstellt am 13.12.1998.


Karl Marx

An den Redakteur der "Eastern Post"

Geschrieben um den 27. Januar 1872. Aus dem Englischen.



["The Eastern Post" Nr. 174 vom 28. Januar 1872]

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|482| Sir,

Dante sagt in seinem unsterblichen Poem, daß eine der grausamsten Qualen eines Verbannten die Notwendigkeit ist, sich mit allen möglichen Leuten abzugeben. Ich habe die Berechtigung dieser Klage tief empfunden, als ich gezwungen war, mich eine Zeitlang in eine Polemik mit Subjekten wie die Herren Charles Bradlaugh und Co. einzulassen. Ich werde ihm jedoch nicht länger gestatten, den Streit, den er mir zugeschoben hat, in ein billiges und bequemes Mittel zu verwandeln, für sich selbst im Ausland Reklame zu machen.

Er hat gegen mich eine Anschuldigung veröffentlicht, die, hätte er sie in Deutschland gebracht, ihn bei allen Parteien zur Zielscheibe des Spotts gemacht hätte. Ich habe ihn daraufhin aufgefordert, öffentlich solche Beweise zu erbringen, die ihm auch nur den leisesten Vorwand für eine ebenso lächerliche wie infame Verleumdung geben könnten. Ich tat dies, nicht um mich zu rechtfertigen, sondern um ihn zu entlarven. Mit der niederträchtigen Hinterlist eines Kanzleischreibers versucht er, der Verpflichtung zu entgehen, indem er mich vor ein "Ehrengericht" fordert.

Glaubt er wirklich, daß ein Bradlaugh oder die Redakteure der Pariser demi-monde-Presse |käuflichen Presse| oder die der Bismarckschen Presse in Berlin oder der "Tages-Presse", Wien, oder der "Criminal-Zeitung" in New York oder der "Moscow-Gazette" mich nur zu verleumden brauchen, damit ich mich rechtfertige, und sogar vor einem "Ehrengericht" erscheine, dessen Mitglieder auch die Freunde dieser "ehrenwerten" Herren sein werden?

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|483| Für mich ist Herr Charles Bradlaugh erledigt, und ich überlasse es ihm, sich in aller Beschaulichkeit an der ruhiger Betrachtung seines eignen Ichs zu ergötzen.

Ich verbleibe, Sir, Ihr ergebener Karl Marx