Mao Zedong: Warum Kann Die Chinesischerote Macht Bestehen?
Mao Zedong:
== WARUM KANN DIE CHINESISCHE ROTE MACHT BESTEHEN? ==
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Il. DIE URSACHEN FÜR DAS ENTSTEHEN UND DIE EXISTENZ DER ROTEN MACHT IN CHINA [6]
Daß innerhalb eines Landes ein kleines Gebiet oder mehrere kleine Gebiete der roten Macht, auf allen Seiten von dem weißen Regime umgeben, lange Zeit bestehen, ist bisher in keinem Land der Welt vorgekommen. Das Aufkommen einer solchen merkwürdigen Erscheinung hat seine eigentümlichen Ursachen. Und wenn diese Erscheinung besteht und sich entwickelt, so sind dafür auch entsprechende Bedingungen erforderlich. Erstens kann es sie weder in irgendeinem imperialistischen Staat geben noch in irgendeinem Kolonialland [7], das direkt unter imperialistischer Herrschaft steht. Nur in dem wirtschaftlich rückständigen, halbkolonialen China, das vom Imperialismus indirekt beherrscht wird, kann es sie geben. Denn eine derart seltsame Erscheinung muß von einer anderen seltsamen Erscheinung begleitet sein, nämlich von Kriegen innerhalb des weißen Machtbereichs. Eines der Merkmale des halbkolonialen China besteht darin, daß seit dem ersten Jahr der Republik (1912) die verschiedenen Cliquen der alten und neuen Militärmachthaber mit Unterstützung des Imperialismus sowie der einheimischen Kompradorenklasse und Feudalherrenklasse unausgesetzt gegeneinander Krieg führen. Eine solche Erscheinung kommt nicht nur in keinem einzigen imperialistischen Land vor, sondern auch in keiner direkt unter imperialistischer Herrschaft stehenden Kolonie; sie existiert lediglich in einem Land wie China, das unter der indirekten Herrschaft des Imperialismus steht. Für das Entstehen dieses Phänomens gibt es zwei Ursachen, nämlich eine lokal begrenzte Agrarwirtschaft (keine einheitliche kapitalistische Wirtschaft) und die Spaltungs- und Ausbeutungspolitik der Imperialisten, die China in Einflußsphären aufgeteilt haben. Die anhaltenden Zwistigkeiten und Kriege innerhalb des weißen Machtbereichs haben Voraussetzungen dafür geschaffen, daß ein oder mehrere kleine rote Gebiete unter der Führung der Kommunistischen Partei in einer völligen Einkreisung durch das weiße Regime entstehen und sich behaupten können. Das Gebiet der selbständigen Macht an der Grenze der Provinzen Hunan und Kiangsi ist eines dieser vielen kleinen Gebiete. Manche Genossen zweifeln oft in schwierigen und gefährlichen Augenblicken an der Möglichkeit des Fortbestehens einer solchen roten Macht und geben sich pessimistischen Stimmungen hin. Das kommt daher, daß sie '|070| nicht die richtige Erklärung für die Entstehung und Existenz dieser roten Macht gefunden haben. Sofern wir uns darüber klar sind, daß die Zwistigkeiten und Kriege innerhalb des weißen Machtbereichs in China unaufhörlich fortdauern werden, wird es an der Möglichkeit des Entstehens, des Fortbestehens und der täglichen Weiterentwicklung der roten Macht keinerlei Zweifel geben. Zweitens ist die rote Macht in China zuerst keineswegs dort entstanden und für längere Dauer lebensfähig, wo die demokratische Revolution keinen Einfluß gehabt hat, wie zum Beispiel in den Provinzen Szetschuan, Kueitschou, Yünnan und in den Provinzen des Nordens, sondern dort, wo sich im Laufe der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1926/27 die Massen der Arbeiter, Bauern und Soldaten in großer Zahl erhoben haben, wie beispielsweise in den Provinzen Hunan, Kuangtung, Hupeh und Kiangsi. In vielen Gegenden dieser Provinzen waren in breitem Maßstab Gewerkschaften und Bauernvereinigungen gegründet worden, und die Arbeiterklasse und die Bauernschaft hatten zahlreiche wirtschaftliche und politische Kämpfe gegen die Grundherrenklasse und gegen die Bourgeoisie geführt. So kam es zur Errichtung der ' städtischen Volksmacht in Kanton für die Dauer von drei Tagen, während in den Kreisen Haifeng und Lufeng, in Ost- und Südhunan, an der Grenze der Provinzen Hunan und Kiangsi sowie im Kreis Huang-an der Provinz Hupeh die selbständige Macht der Bauern entstand. [8] Was die heutige Rote Armee betrifft, so hat sie sich von der Nationalrevolutionären Armee abgespalten, die ihre politische Schulung im demokratischen Geist erhalten und unter dem Einfluß der Arbeiter- und Bauernmassen gestanden hatte. Aus jenen Truppen wie den Armeen Yän Hsi-schans und Dschang Dsuolins, die keinerlei politische Schulung im demokratischen Geist durchgemacht und niemals unter dem Einfluß der Arbeiter- und Bauernmassen gestanden haben, können zur Zeit gewiß nicht Elemente für die Bildung der Roten Armee hervorgehen. Drittens hängt ein langwährender Bestand der Volksmacht in kleinen Gebieten davon ab, ob sich die revolutionäre Situation im ganzen Land vorwärtsentwickelt. Entwickelt sich die revolutionäre Situation im ganzen Land vorwärts, dann können die kleinen roten Gebiete nicht nur zweifellos eine lange Zeit hindurch bestehen, sondern werden unvermeidlich eine der vielen Kräfte zur Eroberung der Staatsmacht im ganzen Land werden. Wenn aber die revolutionäre Situation sich nicht fortentwickelt, sondern während einer relativ langen Periode stagniert, wird es unmöglich, daß kleine rote Gebiete eine lange Zeit |071| hindurch bestehen bleiben. Gegenwärtig entwickelt sich infolge der anhaltenden Zwistigkeiten und Kriege im Lager der Kompradorenklasse und Feudalherrenklasse im Land sowie im Lager der internationalen Bourgeoisie die revolutionäre Situation in China weiter vorwärts. Deshalb gibt es nicht nur keinen Zweifel über das langjährige Bestehen kleiner roter Gebiete, ja, diese werden sich sogar ausdehnen, wodurch der Tag der Machtergreifung im ganzen Land immer näher rückt. Viertens ist das Vorhandensein einer regulären Roten Armee von angemessener Stärke eine unerläßliche Voraussetzung für das Bestehen der roten Macht. Allein mit der örtlichen Roten Garde [9], jedoch ohne reguläre Rote Armee, kann man nur mit den Hofwehren der Grundherren fertig werden, nicht aber mit den regulären weißen Truppen. Deshalb ist es, selbst wenn sich die Arbeiter- und Bauernmassen vortrefflich halten, jedoch keine regulären Streitkräfte von entsprechender Stärke vorhanden sind, absolut unmöglich, eine selbständige Macht zu schaffen, geschweige denn eine solche, die von dauerhaftem Bestand ist und sich tagtäglich entwickelt. Daher ist die Idee von der "Schaffung der selbständigen Macht der Arbeiter und Bauern mit bewaffneten Kräften" eine wichtige Idee, die von der Kommunistischen Partei und den Massen der Arbeiter und Bauern in Gebieten der selbständigen Macht völlig erfaßt werden muß. Fünftens ist für das fortdauernde Bestehen und die Entwicklung der roten Macht außer den obenerwähnten Bedingungen noch eine wichtige Bedingung erforderlich, nämlich- Die Organisation der Kommunistischen Partei muß stark, ihre Politik darf nicht falsch sein.
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Ill.DIE SELBSTÄNDIGE MACHT IM HUNAN-KIANGSI-GRENZGEBIET UND DIE AUGUSTNIEDERLAGE
Die Zwistigkeiten und Kriege unter den Militärmachthabern haben zur Schwächung der herrschenden Kräfte des weißen Regimes geführt. Infolgedessen ergab sich die Möglichkeit für die Entstehung der roten Macht in kleinen Gebieten in hierfür günstigen Momenten. Aber in den Kriegen unter den Militärmachthabern gibt es auch Unterbrechungen. Jedesmal, wenn sich das weiße Regime in einer Provinz oder in mehreren Provinzen zeitweilig stabilisiert, schließen sich die herrschenden Klassen dieser Provinz oder dieser Provinzen |072| unvermeidlich zusammen und setzen alle ihre Kräfte ein, um die rote Macht zu vernichten. Dort, wo noch nicht alle für die Schaffung und Aufrechterhaltung der roten Macht notwendigen Voraussetzungen gegeben sind, droht die Gefahr, daß sie vom Feind gestürzt wird. Eben aus diesem Grund wurde die rote Macht, die in günstigen Momenten vor April dieses Jahres an vielen Orten wie Kanton, Haifeng und Lufeng, an der Grenze der Provinzen Hunan und Kiangsi, in Südhunan, in den Kreisen Liling und Huang-an entstanden war, sukzessive von dem weißen Regime zerschlagen. Die seit April erfolgte Schaffung der selbständigen Macht im Hunan-Kiangsi-Grenzgebiet fiel in die Periode einer zeitweiligen Stabilisierung der herrschenden Kräfte im Süden; die Truppen, die aus den Provinzen Hunan und Kiangsi zu "Ausrottungsfeldzügen" gegen uns entsandt wurden, zählten in der Regel acht, neun und mehr Regimenter, zuweilen auch bis zu achtzehn Regimenter. Wir kämpften jedoch mit einer Streitmacht, die nicht einmal vier Regimenter zählte, gute vier Monate lang gegen den Feind, wobei wir von Tag zu Tag das Gebiet unserer selbständigen Macht erweiterten, die Agrarrevolution vertieften, die Organisation der Macht der Volksmassen verbreiterten sowie die Rote Armee und die Rote Garde verstärkten. All das war das Ergebnis der richtigen Politik der Organisationen der Kommunistischen Partei (der örtlichen und der Armeeorganisationen) im Hunan-Kiangsi-Grenzgebiet. Die Politik des Sonderkomitees und des Korpskomitees der Partei bestand damals in folgendem: gegen die Feinde entschlossen kämpfen, die politische Macht im zentralen Teil des Luohsiao-Gebirges [10] schaffen und die Fluchtmentalität bekämpfen; die Agrarrevolution im Gebiet unserer selbständigen Macht vertiefen; durch die Armeeparteiorganisationen den örtlichen Parteiorganisationen bei ihrem Wachstum helfen und durch die regulären Truppen bei der Entfaltung der örtlichen bewaffneten Kräfte behilflich sein; die Einheiten der Roten Armee konzentrieren, um im geeigneten Augenblick dem angreifenden Feind zu begegnen; gegen die Auflockerung der Truppen kämpfen, um nicht vom Feind einzeln geschlagen zu werden; zur Erweiterung des Gebiets der selbständigen Macht die Taktik des wellenförmigen Vorrückens anwenden und gegen die Taktik abenteuerlicher Vorstöße kämpfen. Nur die Richtigkeit dieser taktischen Maßnahmen in Verbindung mit den für den Kampf günstigen Geländeverhältnissen und dem Fehlen eines reibungslosen Zusammenwirkens bei den aus den Provinzen Hunan und Kiangsi angreifenden Truppen des Feindes gewährleistete |073| uns innerhalb von vier Monaten - April bis Juli - eine Reihe von Siegen. Obwohl der Feind uns zahlenmäßig um ein Mehrfaches übertraf, war er nicht nur außerstande, diese selbständige Macht zu vernichten, sondern konnte nicht einmal verhindern, daß sich diese Macht mit jedem Tag mehr ausdehnte; es bestand vielmehr die Tendenz eines ständigen Anwachsens des Einflusses dieser Macht auf die Provinzen Hunan und Kiangsi. Zur Augustniederlage ist es einzig und allein deshalb gekommen, weil manche Genossen nicht begriffen hatten, daß sich damals das Lager der herrschenden Klassen in einer Periode der zeitweiligen Stabilisierung befand, und daher zu einer Politik Zuflucht nahmen, die für die Perioden gilt, in denen die herrschenden Klassen politisch gespalten sind; sie unternahmen mit aufgelockerten Kräften einen abenteuerlichen Vorstoß, was zu einer Niederlage sowohl im Grenzgebiet als auch in Südhunan führte. Ohne gründliche Kenntnis der damaligen Lage und unter Ignorierung des Beschlusses der gemeinsamen Sitzung des Sonderkomitees, des Korpskomitees und des Yunghsiner Kreisparteikomitees wußte der Vertreter des Hunaner Provinzparteikomitees, Genosse Du Hsiu-djing, nichts anderes, als die Direktive des Hunaner Provinzparteikomitees rnechanisch durchzuführen, und schloß sich der Ansicht des 29. Regiments der Roten Armee an, daß man dem Kampf auszuweichen und in die heimatlichen Gebiete zurückzukehren hätte. Das war wirklich ein überaus grober Fehler. Nur dank den Maßnahmen, die das Sonderkomitee und das Korpskomitee der Partei seit dem September ergriffen haben, um den begangenen Fehler zu korrigieren, wurde die durch die Niederlage entstandene Situation gerettet.
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IV. DIE BEDEUTUNG DER SELBSTÄNDIGEN MACHT IM HUNAN-KIANGSI-GRENZGEBIET FÜR DIE PROVINZEN HUNAN, HUPEH UND KIANGSI
Die Bedeutung der bewaffneten selbständigen Macht der Arbeiter und Bauern im Hunan-Kiangsi-Grenzgebiet, mit Ninggang als Zentrum, ist keineswegs auf die wenigen Grenzkreise beschränkt. Diese Macht wird im Prozeß der Machtergreifung in Hunan, Hupeh und Kiangsi durch Aufstände der Arbeiter und Bauern in diesen drei Provinzen eine gewaltige Rolle spielen. Die äußerst wichtigen Aufgaben der Partei im Grenzgebiet bei der Entfaltung der Aufstände |074| in Hunan, Hupeh und Kiangsi sind: den Einfluß der Agrarrevolution und der Volksmacht des Grenzgebiets auf die am Unterlauf des Hsiang-Flusses und des Gan-Flusses gelegenen Teile der Provinzen Hunan und Kiangsi und sogar auf die Provinz Hupeh auszudehnen; die Rote Armee im Verlauf der Kämpfe ununterbrochen zahlenmäßig zu vergrößern und qualitativ zu verbessern, damit sie die ihr übertragene Aufgabe beim künftigen allgemeinen Aufstand in den drei Provinzen erfüllen kann; die örtlichen bewaffneten Kräfte in den verschiedenen Kreisen - die Rote Garde und die Abteilungen der aufständischen Arbeiter und Bauern - zahlenmäßig zu vergrößern und qualitativ zu verbessern, damit sie gegenwärtig gegen die Hofwehren der Grundherren und gegen kleinere Truppenteile kämpfen und künftig die Macht im Grenzgebiet verteidigen können; die örtlichen Kader allmählich von der Hilfe der Funktionäre der Roten Armee unabhängig zu machen, damit diese Kader ganz und gar aus eigener Kraft die Arbeit im Grenzgebiet leisten und später sogar der Roten Armee und dem zu erweiternden Gebiet unter der selbständigen Macht zur Verfügung gestellt werden können.
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V. ÖKONOMISCHE FRAGEN
Infolge der völligen Einkreisung durch die weißen Kräfte ist der Mangel an täglichen Bedarfsartikeln und Bargeld in der Armee und bei der Bevölkerung zu einem äußerst ernsten Problem geworden. Seit einem Jahr herrscht im Grenzgebiet, wo die selbständige Macht errichtet worden ist, infolge der hermetischen feindlichen Blockade ständig ein akuter Mangel an lebensnotwendigen Dingen wie Salz, Baumwollgeweben, Medikamenten; die Preise sind äußerst hoch, das Leben der Masse der Arbeiter, Bauern und Kleinbürger [11] ebenso wie der Soldaten der Roten Armee ist dadurch unsicher geworden, manchmal bis zum äußersten Grad. Die Rote Armee muß kämpfen und sich gleichzeitig Unterhaltsmittel beschaffen. Die Mittel reichen nicht einmal dazu, den Soldaten täglich fünf Fen für Zukost zum Reis auszuzahlen; die Ernährung ist unzureichend, es gibt viele Kranke; die verwundeten Soldaten in den Lazaretten haben besonders zu leiden. Diese Schwierigkeiten sind natürlich unvermeidlich, solange wir nicht die Macht im ganzen Land erobert haben; aber es ist dringend notwendig, ihnen einigermaßen zu Leibe zu gehen und die |075| Lebensbedingungen ein wenig zu verbessern, insbesondere die Rote Armee etwas reichlicher zu versorgen. Findet die Parteiorganisation des Grenzgebiets keine passende Lösung für die ökonomischen Probleme und bleiben die feindlichen Kräfte relativ lange Zeit stabilisiert, dann werden sich für die selbständige Macht sehr große Schwierigkeiten ergeben. Auf eine entsprechende Lösung dieser Wirtschaftsfragen soll die Aufmerksamkeit jedes Parteimitglieds gerichtet sein.
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VI. DIE FRAGE DER MILITÄRSTÜTZPUNKTE'
Die Parteiorganisation des Grenzgebiets hat noch eine Aufgabe zu erfüllen: die beiden Militärstützpunkte im Gebiet der "Fünf Djing" [12] und bei Djiulung zu festigen. Im Berggebiet der "Fünf Djing" an den Grenzen der Kreise Yunghsin, Linghsiän, Ninggang und Suitschuan sowie in der Gebirgsgegend von Djiulung an den Grenzen der Kreise Yunghsin, Ninggang, Tschaling und Liänhua sind die Geländeverhältnisse ausgezeichnet, sie sind wichtige Militärstützpunkte nicht nur gegenwärtig für das Grenzgebiet, sondern bleiben wichtige Militärstützpunkte auch in der Zukunft, wenn sich in Hunan, Hupeh und Kiangsi Aufstände entwickeln werden; das gilt besonders für das Gebiet der "Fünf Djing", wo wir die Unterstützung bei den Volksmassen genießen und das Gelände schwer zugänglich und strategisch wichtig ist. Die Methoden zur Festigung dieser Stützpunkte sind: 1. feste Verteidigungsanlagen bauen; 2. Lebensmittelvorräte in ausreichenden Mengen anlegen; 3. relativ gute Lazarette für die Rote Armee einrichten. Die Parteiorganisation des Grenzgebiets muß danach streben, diese drei Aufgaben wirklich zu erfüllen.
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ANMERKUNGEN
* Teil der von Genossen Mao Zedong verfaßten Resolution des II.Parteitages des Grenzgebietes Hunan-Kiangsi, der ursprünglich den Titel "Die politischen Fragen und die Aufgaben der Partei im Grenzgebiet" trug.
[1] Genosse Mao Zedong spricht hier von der nationalen Bourgeoisie. Den Unterschied zwischen der nationalen Bourgeoisie und der Kompradoren-Großbourgeoisie hat Genosse Mao Zedong in seinen Arbeiten "Über die Taktik im Kampf gegen den japanischen lmperialismus" vom Dezember 1935 und "Die chinesische Revolution und die Kommunistische Partei Chinas" vom Dezember 1939 eingehend dargelegt.,
[2] Die Tschiangkaischek-Clique, die Kuangsi-Clique (mit den Militärmachthabern Li Dsung-jen und Bai Tschung-hsi an der Spitze), die Clique Feng Yü-hsiangs und die der Militärmachthaber von Schansi (mit Yän Hsi-schan an der Spitze) führten gemeinsam Krieg gegen Dschang Dsuo-Iin und besetzten im Juni 1928 Peking und Tientsin.
[3] Dschang Dsuo-Iin war das Haupt der Fengtiän-Militärmachthaberclique. Nach der Niederlage Wu Pe-fus im zweiten Krieg zwischen den Cliquen von Dschili und Fengtiän im Jahre 1924 war Dschang Dsuo-Iin der Stärkste unter den Militärmachthabern Nordchinas. Im Jahre 1926 bemächtigte er sich im Bündnis mit Wo Pe-fu Pekings. Im Juni 1928 zog er sich nach Nordostchina zurück, wurde unterwegs von den japanischen Imperialisten, die ihn bis dahin als Werkzeug benutzt hatten, mit seinem Eisenbahnzug in die Luft gesprengt.
[4] Nach der Besetzung der Stadt Tsinan durch die japanischen Eindringlinge am 3. Mai 1928, als Tschiang Kai-schek offen und schamlos mit den Japanern Kompromisse schloß, begann ein Teil der nationalen Bourgeoisie, die 1927 im Kielwasser des konterrevolutionären Staatsstreichs gesegelt war, um der eigenen Interessen willen allmählich eine Opposition gegen die Macht Tschiang Kai-scheks zu bilden. In dieser Bewegung betätigte sich die konterrevolutionäre Gruppierung politischer Spekulanten wie Wang Diing-we, Tschen Gung-bo und ihresgleichen, die innerhalb der Kuomintang die "Clique der Reorganisatoren" bildete.
[5] Im Jahre 1928 rückte Tschiang Kai-schek mit Unterstützung der englischen und amerikanischen Imperialisten nach Nordchina gegen ' Dschang Dsuo-Iin vor. Um die Ausbreitung des englischen und amerikanischen Einflusses auf Nordchina zu verhindern, besetzten die japanischen Imperialisten mit Waffengewalt Tsinan, die Hauptstadt der Provinz Schantung, und unterbrachen so die Eisenbahnlinie Tientsin-Pukou. Am 3. Mai richteten die japanischen Aggressionstruppen in Tsinan ein blutiges Gemetzel an, bei dem unzählige chinesische Bürger ums Leben kamen. Dieses Blutbad erhielt die Bezeichnung "Massaker von Tsinan".
[6] Ihrer organisatorischen Form nach stand die rote Macht in China der Sowjetmacht sehr nahe. Die Sowjets, das heißt Deputiertenräte, wurden von der Arbeiterklasse Rußlands während der Revolution von 1905 als Form eines politischen Systems geschaffen. Auf Grund der marxistischen Theorie kamen Lenin und Stalin zu der Schlußfolgerung, daß in der Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus die Sowjetrepublik die passendste Form der sozialen und politischen Organisation sei. Im Jahre 1917 wurde in der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in Rußland unter Führung der Bolschewistischen Partei Lenins und Stalins zum ersten Mal in der Welt diese Art der Diktatur des Proletariats - die sozialistische Sowjetrepublik - verwirklicht. Nach der Niederlage der chinesischen Revolution im Jahre 1927, als es unter der Führung der chinesischen Kommunisten mit Genossen Mao Zedong an der Spitze in verschiedenen Gegenden zu revolutionären Erhebungen der Volksmassen kam, nahm die politische Macht der Volksmassen die Form der Deputiertentäte an. Aber in China war die politische Macht in dieser Periode der Revolution ihrem Charakter nach eine demokratische Volksdiktatur der gegen Imperialismus ' und Feudalismus gerichteten neudemokratischen Revolution, geführt von dem Proletariat; sie unterscheidet sich damit von der Diktatur des Proletariats in der Sowjetunion.
[7] Während des zweiten Weltkrieges wurde eine Reihe kolonialer Länder im Osten, bislang unter der Herrschaft des englischen, amerikanischen, französischen oder holländischen Imperialismus, von den japanischen Imperialisten besetzt. Unter Führung der kommunistischen Parteien nutzten die Massen der Arbeiter und Bauern sowie des städtischen Kleinbürgertums und Angehörige der nationalen Bourgeoisie dieser Länder ' die Gegensätze zwischen den englischen, amerikanischen, französischen und holländischen Imperialisten einerseits und den japanischen Imperialisten andererseits aus, organisierten eine breite Einheitsfront gegen die faschistische Aggression, schufen antijapanische Stützpunktgebiete und führten einen hartnäckigen Partisanenkrieg gegen die japanischen Eindringlinge. Dadurch begann sich die politische Lage zu verändern, wie sie vor dem zweiten Weltkrieg bestanden hatte. Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges wurden die japanischen Imperialisten vertrieben, aber die amerikanischen, englischen, französischen und holländischen Imperialisten versuchten, ihre frühere Kolonialherrschaft wiederherzustellen. Die Völker der Kolonien hatten jedoch im Verlauf des antijapanischen Krieges ziemlich bedeutende bewaffnete Kräfte geschaffen und wollten nicht mehr so weiterleben wie früher. Gleichzeitig war durch das Erstarken der Sowjetunion und durch den Zusammenbruch oder die Schwächung aller imperialistischen Staaten außer den USA infolge des Krieges und noch mehr durch den Sieg der chinesischen Revolution, der zum Zusammenbruch der imperialistischen Front in China führte, das imperialistische System in der ganzen Welt ' ernstlich erschüttert worden. Somit erhielten die Völker der kolonialen und halbkolonialen Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas die Möglichkeit, fast ebenso wie das in China der Fall war, in ihren Ländern revolutionäre Stützpunktgebiete verschiedenen Ausmaßes und die revolutionäre Macht zu behaupten und lange Zeit hindurch beharrlich einen revolutionären Krieg zu führen, in dessen Verlauf die Städte von den Dörfern aus eingekreist werden, um dann allmählich zur Eroberung der Städte und zur Erringung des Sieges im Landesmaßstab überzugehen, Mit. dieser neuen Lage änderte sich die Einschätzung, die Genosse Mao Zedong 1928 hinsichtlich der Möglichkeit der Entstehung der revolutionären Macht in unter der direkten Herrschaft der Imperialisten stehenden Kolonien gegeben hatte.
[8] Hier ist von der ersten Welle von Gegenschlägen die Rede, die das chinesische Volk im Jahre 1927, gleich nachdem Tschiang Kai-schek und danach auch Wang Djing-we die Revolution verraten hatten, in verschiedenen Gegenden unter der Führung der Kommunistischen Partei gegen die konterrevolutionären Kräfte führte. Am 11. Dezember 1927 erhoben sich in Kanton die Arbeiter und die revolutionären Soldaten gemeinsam zu einem Aufstand, errichteten die Volksmacht und führten erbitterte Kämpfe gegen die konterrevolutionären Truppen, die von den Imperialisten unmittelbar unterstützt wurden. Aber da die Kräfte zu ungleich waren, wurde dieser Volksaufstand niedergeschlagen. Bereits 1923 bis 1925 hatten die Bauern der Küstenkreise Haifeng und Lufeng im Osten der Provinz Kuangtung unter der Leitung des Genossen Peng Pai, Mitglied der Kommunistischen Partei, eine mächtige Bewegung entfaltet, die der Nationalrevolutionären Armee von Kanton während ihrer beiden siegreichen Feldzüge ostwärts gegen die konterrevolutionäre Clique Tschen Djiung-mings große Hilfe leistete. Nachdem Tschiang Kai-schek im 12. April 1927 die Revolution verraten hatte, erhoben sich die Bauern dieses Gebiets dreimal - im April, September und Oktober -und schufen im Gebiet von Haifeng und Lufeng eine revolutionäre Macht, die sich bis April 1928 hielt. Im September 1927 besetzten die aufständischen Bauern im Ostteil der Provinz Hunan zeitweilig die Gegend um Liuyang, Pingdjiang, Liling und Dschudschou. Gleichzeitig erhoben sich in den Kreisen Hsiaogan, Matscheng und Huang-an im Nordostteil der Provinz Hupeh Zehntausende von Bauern zu einem bewaffneten Aufstand und behaupteten sich über dreißig Tage in der Kreisstadt Huang-an. Im Süden der Provinz Hunan errichteten die aufständischen Bauern der Kreise Yidschang, Tschendschou, Leyang, Yunghsing und Dsihsing im Januar 1928 eine revolutionäre Macht, die sich drei Monate lang halten konnte.
[9] Die Rote Garde war eine bewaffnete Organisation der Volksmassen in den revolutionären StützPunktgebieten, deren Mitglieder weiter ihrer Berufstätigkeit nachgingen.
[10] Die Luohsiao-Gebirgskette ist ein großes Gebirge an der Grenze der Provinzen Kiangsi und Hunan, dessen Mittelteil das Massiv des Djinggang bildet.
[11] Zu den Kleinbürgern, von denen Genosse Mao Zedong hier spricht, gehören die Hindwerker, die kleinen Händler, die Angehörigen der freien Berufe und die aus dem Kleinbürgertum stammenden Intellektuellen, jedoch nicht die Bauernschaft. In China leben die Angehörigen dieser sozialen Schichten vor allem in der Stadt, aber auch in den Dörfern ist ihre Zahl ziemlich groß. Siehe "Analyse der Klassen in der chinesischen Gesellschaft" (vorliegender Band, S. 9 ff.).
[12] Mit "Fünf Djing" wird das Djinggan-Gebirge bezeichnet, wo an den Grenzen der Kreise Yunghsin, Ninggang und Suitschuan in Westkiangsi und Linghsiän in Osthunan die Ortschaften Dadjing, Hsiaodjing, Schangajing, Dschundjin und Hsiadjing liegen.